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Die Siedlung

Agatunet ist eine der wenigen bewahrten Siedlungen, von denen es einst so viele in Norwegen gab. Zur Siedlung gehören einzigartige Zeugnisse westnorwegischer Baukultur aus dem Mittelalter bis zum heutigen Tag.

30 dieser Gebäude wurden im Zuge der Flurbereinigung 1938 unter Denkmalschutz gestellt. Seit 20 Jahren ist die Siedlung jeden Sommer für den Publikumsverkehr geöffnet. Es gibt ein kleines Café, Führungen, Ausstellungen, Konzerte und andere Veranstaltungen.

Vermutlich haben hier seit über 3700 Jahren Menschen gelebt. Es gibt Funde sowohl innerhalb wie auch außerhalb der Siedlung, wie z.B. Grabhügel, Opfergruben und Felszeichnungen.

Das älteste noch existierende Haus ist die Lagmannsstove, das Gerichtsgebäude. Es wurde um 1250 von dem Ritter, Reichsrat und Richter im Gulathing Sigurd Brynjulvson errichtet. Ursprünglich gehörte eine kleine Kapelle dazu. Die Gerichtsstube wurde nach europäischen Vorbild eines Administrationsgebäudes gebaut und wurde als Repräsentationswohnstätte genutzt. Heute ist die Lagmannsstove das einzige Gebäude ihrer Art in Norwegen.

Im Jahr 1303 ertrank Sigurd Brynjulvson, und der Hof wurde zwischen seinen beiden Töchtern aufgeteilt. Später wurde der Hof mehrere Male neu aufgeteilt. Am Ende waren es neun Höfe, 16 Häuslereien (Kleinstbauern) und ca. 200 Einwohner, die zur Siedlung gehörten.

Die Siedlung hatte große Bedeutung beim Obstanbau, beim Handel über die Hardangervidda und bei der Frachtschiffahrt nach Bergen und Nordnorwegen. Sechs Jachten gehörten zur Siedlung.

Im Dorf gab es eine Kapelle (abgerissen 1811), eine Schule, einen Landhandel, eine Post und eine Telegrafenstation. Die speziellen Schieferschindeln auf den Dächern sind aus Sollesnes bei Jondal. Viele der alten Hütten, die Almhütte, die Bootshäuser und einige Häuslereien sind noch erhalten. Der über 300 m lange und 17 m hohe Lawinenschutzwall oberhalb der Siedlung ist ein imponierender Anblick.

  • Dei tretti vakre, gamle bygga er vel verdt eit besøk. Foto: Silje Solvi
  • Dei kraftige kjellarmurane er truleg bygd av skotske murarar. Foto: Silje Solvi
  • Sveinstova og den karakteristiske gullregnen. Foto: Silje Solvi